LEBE DEIN AENDERN
RANDLAGE ARTFESTIVAL
21.09. - 20.10.2019
Galerie Altes Rathaus, Worpswede

Volker Schwennen
Kurator des Randlage Artfestivals
LEBE DEIN AENDERN

Volker Schwennen

Die lebenslange Suche nach Autonomie, nach Selbstbestimmung und bestmöglicher Lösung vom Draußen trieb mich immer wieder an, in verschiedenen Berufungen beständig in verantwortlichen Positionen zu agieren und diese leidenschaftlich auszufüllen; zu diesen gehörten von Anbeginn einerseits die Zusammenarbeit mit Künstler*innen, die Galeristentätigkeit oder das Kuratieren von Ausstellungen. Ebenso existierte meine Haltung als freischaffender Künstler – unter zahlreichen Pseudonymen, um nicht in die Falle eines äußeren Schubladendenkens zu geraten –, der als Hauptperson bewusst bis zur Unkenntlichkeit in den Hintergrund trat. Es mag die unbefriedigende strikte Trennung der Unternehmer- von der Künstlerpersönlichkeit gewesen sein, die in den letzten Jahren dazu führte, diese von außen vermutlich als widersprüchlich eingeschätzte Einordnung meiner Person und Tätigkeitsfelder Stück für Stück aufzulösen.

Diese beiden Teile sollten nun nicht mehr nur nebeneinander existieren, sondern zu einem Ganzen verschmelzen und zusammenwirken – auch im Sinne, das eigene Ändern zu leben. Veränderungen sind zunächst einmal nur Störungen eines gewohnten Ablaufs oder einer eingeübten Betrachtungsweise. Die Kunst bietet ein weites Feld, ist komplex und keinem Thema unterzuordnen. Kunst ist nicht verantwortlich für die Katastrophen dieser Welt.

Jedoch: Kunst kann eine kritische Haltung darstellen und somit Veränderungen anregen, kann handlungsorientiert, an- und aufregend, selbst spirituell sein. Kunst ansich kann nichts verändern, aber: Wir alle können uns durch Kunst verändern – ob aktiv als Kunstschaffende oder passiv als ausschließlich Betrachtende.

Die von mir kuratierte Ausstellung LEBE DEIN AENDERN und das experimentell angelegte Artfestival knüpfen an eine eindringliche Vorfeldforschung an unter der Fragestellung „Wieviel Dorf verträgt Kunst?“. Durch eine zu verfassende dokumentarische Betrachtung wird sie nun selbst zu einem eigenständigen Werk.

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