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Marie S. Ueltzen

Malerei
lebt und arbeitet seit 2015 in Worpswede

Marie S. Ueltzen

Marie S. Ueltzen (geb. 1963) ist Malerin, Illustratorin und Autorin. Sie studierte von 1987 - 1995 an der Hochschule für Künste Freie Kunst u.a. bei Jürgen Waller und schloss mit einem Diplom Freie Bildende Kunst ab. Nachdem sie in ihren Arbeiten in der Regel zumeist mehrdeutige als auch schicksalsverbundene Erzählungen verarbeitet, die sie kontinuierlich sammelt, setzte sie irgendwann den Klosterstich als erweiterte Technik neben der Malerei in ihre Arbeiten ein. 2016 veröffentlichte sie ihre autobiografische Erzählung „Früher ist hinten“. Seit 2015 lebt und arbeitet sie vorwiegend in Worpswede. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Ihre Arbeiten finden sich in einigen Sammlungen. In der „Großen Kunstschau“ ist ihr „Mackensen-Teppich“ ausgestellt. Sie leitet gemeinsam mit Volker Schwennen das KW/RANDLAGE in Worpswede und ist Stell. Vorsitzende des KW/R Kunstwerk Randlage e.V.

Marie S. Ueltzen

ABLASSGRENZE / KATASTROPENSCHUTZ, 2019, Viscose-Metallic-Polyester-Stickerei, Acryl auf Jute, ca. 243x85 cm


Ablassgrenze

Eigentlich bedeutet das Wort Katastrophe „Wendung“ und beschreibt genau den Punkt, an dem eine Entscheidung für das Glück oder Unglück getroffen werden kann. Insbesondere in der griechischen Tragödie ist dieser „Wendepunkt“ hin zum Guten oder Bösen, zum Glück oder Unglück ein entscheidender dramaturgischer Kunstgriff. Heute sprechen wir von der Katastrophe zum einen, wenn es um ein verheerendes Naturereignis geht, welches entweder zu einem erheblichen Schaden führen kann oder bereits einen verursacht hat, wenn also unsere Umwelt, unser Eigentum oder unsere Gesundheit gefährdet ist. Zum anderen wird gerne ein Zustand im Leben eines Menschen als Katastrophe bezeichnet, wenn ein gravierendes Ereignis negative Auswirkungen hat, unglückliche und unliebsame Wendungen mit sich bringt und unser Leben massiv gefährdet, einschränkt und negativ verändert.


Erst wenn es bereits zur Katastrophe gekommen ist, tritt paradoxerweise der Katastrophenschutz auf den Plan und offeriert Hilfe – Schutz, wenn es bereits zu spät ist? Dass ein solcher „Schutz“ mit schwierigen Entscheidungsprozessen einhergehen kann, mag Marie S. Ueltzen dadurch zeigen, dass sie das in goldenen Lettern gestickte Wort im mittleren Teil verschlungener darstellt. Auch könnte gemeint sein, dass es nicht immer leicht ist, den „Wendepunkt“ einer Katastrophe zu erkennen. Hinzu kommt die Hintergrundfarbe, eine Mischung aus alarmierendem Orange im Übergang zu einem Rost-Rot; wir wissen, dass Rost nicht vor weiterer Zersetzung schützt. Unbedingt müssen wir den Titel „Ablassgrenze“ als Bestandteil des Werks in die Deutung einbeziehen: Ueltzen spielt hier bewusst auf einen Gnadenakt an, der einem Sünden erlassen kann - und sei es durch Zahlung einer Geldsumme für eine begangene Sünde. Hier aber setzt sie dem Ablass eine Grenze, die auch bedeuten könnte, dass den Sünden, den von Menschen herbeigeführten Katastrophen, wie beispielsweise die des Klimawandels, kein Ablass mehr gewährt werden kann. (vs)

Marie S. Ueltzen

Marie S. Ueltzen (* 1963 in Aurich) ist eine deutsche Malerin, Illustratorin und Autorin. Seit 2015 lebt und arbeitet sie im KW/R Kunstwerk Randlage Worpswede.


Leben und Werk

Ueltzen studierte Freie Kunst von 1987 bis 1995 an der Hochschule für Künste Bremen u. a. bei Jürgen Waller und schloss mit einem Diplom Freie Bildende Kunst ab.

Nachdem sie in ihren Arbeiten in der Regel zumeist mehrdeutige als auch schicksalsverbundene Erzählungen verarbeitet hatte, die sie kontinuierlich sammelte, setzte sie irgendwann den Klosterstich als erweiterte Technik neben der Malerei in ihren Arbeiten ein. „Die Ergebnisse sind unkonventionell und eigentümlich, sie entführen in eine Welt, die erst gefällig erscheint und dann doch gehörig in Schräglage gerät. Aus einem Konvolut aus Fundstücken, meist aus dem Internet, aber auch aus Filmen, Biografien oder Musikstücken, entstehen Stich für Stich Werke, die irritieren.“

Marie S. Ueltzen war in ihrem Leben schon in den unterschiedlichen künstlerischen Bereichen tätig. Sie ist Malerin, war Schauspielerin in Low-Budget-Filmen (Fehrfeld Studios), Modegestalterin, ist Dichterin und Illustratorin. „Eine vielfältige Mischung, die sie auch in ihrer Kunst widerspiegelt. Niemand kombiniert Malerei, Dichtung und Stickkunst so wie sie.“

2016 veröffentlichte sie ihre Erzählung „Früher ist hinten“ im Wohlfein Verlag.

Seit 2015 lebt und arbeitet sie vorwiegend in Worpswede.




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